Steiermark: Startprämien für Ordinationen

Startprämien

Foto: Shutterstock/Bobex-73

Ärzte, die sich in strukturschwachen Gebieten in der Steiermark niederlassen, erhalten ab März für ihre Kassenordinationen Startprämien. Die Praxis muss mindestens fünf Jahre lang geführt werden.

Die Gefäßchirurgie, die Pathologie, die Anästhesie und die Allgemeinmedizin sind nur einige medizinische Fächer, die in jüngster Zeit auf den Ärztemangel aufmerksam gemacht haben. Hinzu kommt, dass Kassenordinationen, insbesondere in strukturschwachen Gebieten, schwer nachbesetzt werden. Das betrifft auch den ländlichen Raum in der Steiermark. Als Reaktion haben nun die steirische Ärztekammer und die steiermärkische Gebietskrankenkasse ein Projekt beschlossen, um dem Medizinermangel entgegenzuwirken: Insgesamt werden ab März 2019 bis 2021 3,85 Millionen Euro für die ärztliche Versorgung investiert, in dieser Zeit erhalten Ärzte Startprämien für ihre Niederlassungen. Diese finanziellen Anreize sollen helfen, ländliche und strukturschwache Regionen für Mediziner attraktiver zu machen. Josef Harb, Obmann der steiermärkischen Gebietskrankenkasse, betonte in einer Presseaussendung, dass es bislang in Österreich keine Maßnahme in dieser Größenordnung gegeben habe. Der steirische Ärztekammerpräsident Herwig Lindner ergänzte, dass besonders Jungärzte Impulse benötigen, um sich für Kassenpraxen zu bewerben. Der nun beschlossene Startbonus solle helfen, die Bereitschaft der Ärzte, in Kassenpraxen zu gehen, zu erhöhen.

Praxis mindestens fünf Jahre lang

Konkret erhalten Mediziner zukünftig 35.000 Euro für eine Übergabepraxis, 70.000 Euro für Einzelordinationen und Jobsharing-Gruppenpraxen und 105.000 Euro für eine neu gegründete Gruppenpraxis. Diese finanziellen Anreize ergänzten das bereits entwickelte Maßnahmenpaket, so Norbert Meindl, Obmann der niedergelassenen Ärzte in der steirischen Ärztekammer. Dies umfasst die Verbesserung des Kassenvertrages mit Fokus auf die Allgemeinmedizin, die Kinder- und Jugendheilkunde und die Gynäkologie, sowie die Möglichkeit, Kassenstellen durch Jobsharingmodelle zu teilen und ab April die Freiwilligkeit bei Bereitschaftsdiensten.

Die Startprämie könne für medizinische Einrichtung, Ordinationsräume oder die Ausbildung der Mitarbeiter in der Praxis genutzt werden. Ärzte, die diesen Betrag erhalten, müssen im Gegenzug die Praxis mindestens fünf Jahre lang führen. (red, 25.1.2019)

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