Medizinstudium Wien – Aufwand eines Studiums?

Dieses Thema enthält 50 Antworten und 12 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  KingDon vor 5 Monate, 3 Wochen.

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  • #868933
     KingDon 
    Teilnehmer

    Hat noch wer Erfahrungsberichte über den Zeitaufwand?

     

    Würde mich sehr freuen.

     

    LG

    #868939
     cyberangel 
    Mitglied

    hallo KingDon,
    ich glaube auch, dass der "Lernaufwand" nicht so einfach zu berechnen ist. Der hängt eben nicht nur von der Motivation sondern auch vom "Hirnschmalz" ab.
    die Sips sind auf alle Fälle auch mit wenig "Hinrschmalz" zu bestehen -aber dann ist der Lernaufwand definitiv ein größerer.
    Allerdings: wenn man den EMS schafft, denke ich, ist mal eine grundsätzliche Intelligenz eh gegeben.

    Wichtig ist meiner Meinung nach ein generelles Verständis aufzubauen und dann Sip-gezielt Prüfungsunterlagen und Altfragen zu lernen.
    Das generelle Verständnis habe ich in den Vorlesungen gewonnen, vor allem in den ersten beiden Jahren des Studiums. Insofern stimme ich den Kollegen nicht zu, die meinen, Vorlesungen sind eh für die Fisch. Aber das ist sicher auch eine Frage des Lerntyps. (ich hätte nicht die Disziplin mir allein daheim was durchzulesen – da setz ich mich lieber in die VO und lass ich berieseln, tratsch in den Pausen mit Freunden und hab das Gefühl um 12 zu Mittag schon ordentlich was geschafft zu haben..)

    Ich würd eher nur 1 Tag in der Woche arbeiten und dazu im Sommer 1-2 Monate. Ginge sich das mit dem Geld auch aus?

    Die 1 – 2 Monate vor der Sip sind echt intensiv: die letzten 3 Wochen hab ich immer 10-15h/d gelernt, davor etwa 6h/d.
    Aber was die Kollegen sagen, dass die restliche Zeit des Studienjahres eher gemütlich ist, das find ich schon auch. Wobei ich glaube, dass das auch viel daher kommt, dass du halt keinen Prüfungsstress hast und dadurch alles gemütlicher wahrnimmst..

    … alles GUte!

     

    #868942
     cyberangel 
    Mitglied

    nochmal konkret:

    1 .Studienjahr:
    Vorlesung 8-12h, 3x pro Woche Praktika 14-17h. Mitlernen pro Woche 4h, in den Ferien (Herbst- , Winter-) auch ein paar Stunden in der Woche. Mai und Juni  s e h r großer Lernaufwand, da zum ersten Mal eine große Stoffmenge zu bewältigen (dh 10h pro Tag 2 Monate lang, 1d/woche frei im Mai)

    2. Jahr ähnlich. Nicht in alle Vorlesungen gehen, Praktika wechseln zwischen: sehr intensiv (jeden Nachmittag und abends Vorbereitung für den nächsten TAg notwenig – etwa 4 wochen im studienjahr) und Zeit absitzen, oder auch nur 1-2x/woche.
    Sip etwas weniger Lernaufwand, da man schon weiß, wie man lernt, aber noch immer einige Wochen sehr intensiv.
     

    3. Jahr war dann schon gemütlicher, weil das System bekannt, im 4. Jahr hatten wir "einfache" Fächer und ab Mai frei um Diplomarbeit zu schreiben. (aber das ist jetzt anders)

    5. Jahr Tertial: ich war im ausland (erasmus, spanien) hab viel party gemacht, nichts gelernt okt-märz. (auch nicht in der Klinik), april und bis mitte Mai angefangen eher langsam Stoff durchzulesen. Juni viel gelernt. hat gut funktioniert.

    6.Jahr ähnlich wie 5.

    Diplomarbeit habe ich erst nach der Sip 6 geschrieben (viele meiner Kollegen). Also wenn man nicht irrsinnig fleißig ist, würde ich 7 oder 6,5 Jahre Studiendauer rechnen.

    #868944
     KingDon 
    Teilnehmer

    Mit 1 Nacht pro Woche würde es sehr eng werden.

    2 Nächte sollten schon drin sein am Wochenende.

    Ich habe prinzipiell schon vor unter der Woche 20-25 Stunden für mein Studium zu investieren und vor allem zu Vorlesungen zu gehen etc.

    Pflichtveranstaltungen sind ja eh klar.

    Wie es mit der EMS aussieht wäre interessant.

    Prinzipiell höre ich immer, dass Medizin ein sehr zeitaufwändiges Studium sein soll, in anderen Studienrichtungen sagen sie, dass es sich locker ausgeht 20-25 Stunden zu arbeiten. (Publizistik zB)

    Ich will auf keinen Fall ins Fettnäpfchen steigen.

    Aber die meisten Berichte hier sind eh sehr zuversichtlich, dass es sich ausgeht.

     

    MfG

    #868972
     KingDon 
    Teilnehmer
    #868988
     bobb 
    Teilnehmer

    “Am seltensten mit finanziellen Problemen konfrontiert sind Medizin-Studenten.”

    #868991
     KingDon 
    Teilnehmer

    Ja aber mal davon abgesehen ich schaffe die EMS nicht und würde mich für Psychologie entscheiden…

    #869012
     Dr.Ogen 
    Teilnehmer

    dann ist dein Hauptproblem nicht mehr das Geld, sonder dass du Psychologie studierst 😉 okay dann hast du ws nach dem studium auch noch Geldprobleme

    #869029
     KingDon 
    Teilnehmer

    Sind hier die Berufsaussichten wirklich so schlecht?

    Würde mich interessieren wie stark der Aufwand hier ist aber vermutlich auf keinen Fall höher als bei Medizin oder?

    #869045
     marioo25 
    Teilnehmer

    Also ich habe bereits Psychologie fertigstudiert und dann mit Medizin begonnen. Folgende Ausführungen sind selbstverständlich höchst subjektiv:

     

    Psychologie war zwar interessant, aber jetzt wo ich Medizin kenne, würde ich NIE WIEDER Psychologie studieren. Der Zugewinn an Kompetenzen und vor allem an Wissen ist in Medzin um ein vielfaches höher. Medzin ist derart euphorisierend, da kommt Psychologie nicht mal annäherend mit.

    Einzig die umfassende Statisitkausbildung kann ich dem Psychologiestudium verdanken, sonst ist das Studium eher schwach an Inhalten. Unzählige Theorie nund Themengebiete existieren nebeneinander, es werden kaum Brücken zwischen den einzelnen Disziplinen hergestellt.

    Alltagsrelevanz ist von den meisten Inhalten kaum bis überhaupt nicht gegeben. Empirische Evidenz oft sehr gering bis mäßig ausgeprägt.

     

    Weiters ist der neue Bachelor und Masterstudiengang mMn qualitativ viel schlechter als der Diplomstudiengang (den ich genießen durfte). Durch den neuen Studienplan ist das Studium an Inhalten noch mehr reduziert und komprimiert worden.

     

    Ausserdem gibts jetzt demnächts ein neues Psychologengesetz, wo die Ausbildung zum Klinischen- und Gesundheitspsychologen neu geregelt wird. Die postgraduale Ausbildung wird dadurch in großen Teilen noch unerträglicher, als sie bisher schon war.

     

    Bitte nicht falsch verstehen: PsychologInnen leisten einen immens wichtigen Beitrag im Gesundheitswesen und sollen auch entsprechend honoriert werden.

    Aber ich kenne beide Studien und wenn du einen eher biologisch-reduktionistischen-kausalitätssuchenden Zugang zum Menschen hast, dann wirst du mit Psychologie vermutlich kaum glücklich werden.

     

     

    #869046
     KingDon 
    Teilnehmer

    Wie war der Aufwand für dich ca bei Psychologie und wie ist er für Meddizin?

    Schafft man das mit 2-3 Nächten Arbeit bzw 25 Stunden Job?

     

    Kannst du deinen Aufwand in Stunden angeben pro Woche?

     

    Ich will nicht nerven aber je mehr Erfahrungsberichte ich habe, desto mehr kann ich alles einschätzen!

    #869057
     marioo25 
    Teilnehmer

    Aufwand Psychologie:
    Man hat hier ca. 4-8 LV pro Woche (also 8-16 h), davon teilweise VO und teilweise Seminare oder Übungen. VO wie immer keine Anwesenheitspflicht. Die LVs sind immer zur selben Zeit das ganze Semester über.

    Für die VOs gibt es separate Prüfungen, dh man hat Ende Jänner bzw. Anfang März Prüfungen für die VOs aus dem WS und Ende Juni bzw. Anfang Oktober die Prüfungen für die VOs aus dem SS.

    Lernaufwand hängt von der VO ab und schwankt zwischen Tagen und Wochen.

    Man hat hier somit ein sehr angenehmes Studienleben u kann sich die Prüfungen auf das ganze Jahr aufteilen und immer schön häppchenweise erledigen. Wirklich extremen Stress hat man im ganzen Studium nicht, ausser im ersten Semester, weil da gibts jetzt die STEOP (aber dazu lies einfach auf der PsychologieHP nach oder im Psychologieforum).

    Aufwand Medizin:
    täglich VOs von ca. 8-12 bzw. 8-11 Uhr. Meist mehrere Pflichtprakika pro Woche, wild im Studenplan herumspringend, Ausnahme sind die Lineelemente, die sind an fixen Terminen.

    Ich besuche immer die VOs und lerne kontinuierlich (bzw. wenn möglich lern ich auch bisschen voraus). Durch die permanente Beschäftigung mit dem Stoff bleibt mMn viel mehr hängen u die SIP-Lernphasen sind nicht ganz so extrem.

    Nebenbei arbeite ich noch zwischen 15-25h pro Woche. Eher 15, wenns mehr wird, dann primär am WE. Man benötigt aber einen flexiblen Job, wenn man unter der Woche arbeiten will.

    Mein Aufwand ist sicherlich sehr groß, aber ich hab Spaß am Lernen, vor allem weil die Materie extrem spannend ist (beim Wiederholen wirds dann langweiliger).

    Man kann Medizin mit Maximal und Minimalaufwand bestehen, da gibt es maximale Varianz. Ich würd mir da echt keine Sorgen bzgl. nebenbei arbeiten machen. Das funktioniert schon irgendwie.

    #869060
     KingDon 
    Teilnehmer

    Danke für die detaillierte Beschreibung auch von dir!

    Ich denke bei Medizin wird der Eignungstest die größte Hürde sein.

    Taxifahren ist denke ich schon sehr flexibel 🙂

    Ich hatte in den letzten Monaten nur relativ hohe Gesundheitskosten, die muss ich jetzt wieder etwas eindämmen. Wenn das wieder geklärt ist, komme ich auch locker mit 1200€ als Student aus, gerade eben weil das Selbsterhalterstipendium ja hoch genug ist 🙂

    Ich habe nicht vor ein 1er Kandidat zu werden, natürlich möchte ich mein bestes geben und möglichst viel Wissen von der Humanmedizin bekommen, aber ich bleibe realistisch und gehe nicht davon aus dass ich ein TOP-Student werde 🙂

     

    Ich freue mich jedenfalls sehr, dass es anscheinend doch möglich ist mit einem flexiblen Job zu arbeiten.

    Bei mir ging in letzter Zeit so gut wie alles schief und das ist für mich wirklich ein Licht am Ende des Tunnels 🙂

    #869062
     KingDon 
    Teilnehmer

    Danke für die detaillierte Beschreibung auch von dir!

    Ich denke bei Medizin wird der Eignungstest die größte Hürde sein.

    Taxifahren ist denke ich schon sehr flexibel 🙂

    Ich hatte in den letzten Monaten nur relativ hohe Gesundheitskosten, die muss ich jetzt wieder etwas eindämmen. Wenn das wieder geklärt ist, komme ich auch locker mit 1200€ als Student aus, gerade eben weil das Selbsterhalterstipendium ja hoch genug ist 🙂

    Ich habe nicht vor ein 1er Kandidat zu werden, natürlich möchte ich mein bestes geben und möglichst viel Wissen von der Humanmedizin bekommen, aber ich bleibe realistisch und gehe nicht davon aus dass ich ein TOP-Student werde 🙂

     

    Ich freue mich jedenfalls sehr, dass es anscheinend doch möglich ist mit einem flexiblen Job zu arbeiten.

    Bei mir ging in letzter Zeit so gut wie alles schief und das ist für mich wirklich ein Licht am Ende des Tunnels 🙂

    #869066
     URAB 
    Teilnehmer

    Hast du dich denn schon erkundigt, wie lange du Studienbeihilfe bzw. ein Selbsterhalterstipendium bekommst? Ich bekomme zwar beides nicht, aber zumindest die Familienbeihilfe bekommt man ja nur mehr bis 24, maximal 25, und das wär bei dir ja relativ bald 😉

    Vom Aufwand her kann ich dir das pauschal so nicht sagen, da haben die anderen eh schon ganz gute Antworten gegeben. Aber ich habe neben dem Studium auch noch einen recht aufwendigen "Job", der mittlerweile 18 Monate alt ist 😉 und bis jetzt ist es trotzdem ganz gut schaffbar (ich bin im dritten Jahr).

    Für den EMS angemeldet bist du nehm ich an, oder? (Ging bis jetzt nicht ganz klar heraus.)

    Achja und was Geldsorgen betrifft: Ich habe einige Freunde, die im Sommer 5-10 Wochen arbeiten gehen und sich damit ihr gesamtes Studium finanzieren (ohne Nebenjob, ohne Unterstützung der Eltern, ohne Studienbeihilfe). Es gibt also viele Möglichkeiten, du wirst sicher nicht Hunger leiden müssen 🙂

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