Aufklärung als Turnusarzt

Dieses Thema enthält 155 Antworten und 15 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Medicus2010 vor 3 Monate, 1 Woche.

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    Beiträge
  • #96710
     kautergirl 
    Mitglied

    Liebe rechtlich kundige Turnuskollegen,

     

    die Durchführung einer Patientenaufklärung für OP (AE etc) od. Gastro/Colono ist rechtlich nicht zulässig durch einen TA, was ich weiss.

     

    Kann im ÄG/ÄK-Homepage/Google nirgends den genauen Paragraphen finden, der das regelt: ab wann (welcher Ausbildungsstand- gilt durchaus auch für Assis) darf man aufklären? @Gibbon- du kennst dich ja hervorragend mit solchen Dingen aus!

     

    klar, wenn man den Eingriff selbst durchführen kann, aber was ist, wenn man nur als Assistenz immer dabei ist im OP?

     

    Und die übliche Praxis, TÄ für Gastro/Colono aufklären zu lassen ist rechtswidrig, oder irre ich mich?

     

    Bitte um Antwort!
     

    Danke  Lg Kautergirl :-))

    #796526
     schallvogl 
    Mitglied

    Rein rechtlich muß, soviel ich weiß, immer der aufklären, der den Eingriff durchführt. D.h. der TA darf schon mal gar nix aufklären, weil er nix eigenverantwortlich machen darf.

    Wie das ist mit einem Assi, der z.B. unter Aufsicht eine Colo durchführt, weiß ich nicht. Im Prinzip, wenn’s hart auf hart kommt, müßte, damit der Revers einigermaßen hält, der "vidierende" FA mitaufklären. Wie’s jetzt bei Assis mit ius ist, keine Ahnung.

    Paragraphen weiß ich nicht.

    #796529
     blabla12 
    Mitglied

     lustig…ich hab als TA aufklärungen zu allem möglichen gemacht und auch unterschrieben! kein OA hat jemals was gesagt…

    #796531
     schallvogl 
    Mitglied

    Ich auch. Legal ist es trotzdem nicht, wie vieles, was ich gemacht habe.

    #796553
     Franco 
    Mitglied

    Die Aufklärung für einen Herzkatheter hab ich sogar schon als Famulant machen “dürfen”. Von der rechtlichen Seite her hatte und habe ich keine Ahnung, wie da geregelt ist.

    #796554
     Gorgous 
    Mitglied

    Ich hab auch als Student Aufklärungen gemacht, weil die Turnusärzte oft keine Lust ghabt haben. Rechtlich wird das für den Studenten oder Turnusarzt eher kein Problem sein, ausser sie führen dann auch den Eingriff durch.

    #796559
     schallvogl 
    Mitglied

    Würde ich so nicht sagen. Die Hauptschuld trifft im Fall des Falles sicher denjenigen der den Eingriff durchführt, weil er MUSS aufklären, egal ob das vorher schon ein TA oder sonstwer gemacht hat. Ob den TA in so einem Fall die Einlassungsfahrlässigkeit trifft, bin ich mir nicht sicher.

    #796566
     snailart 
    Mitglied

     Ich hab Aufklärungen im ersten Teil des praktischen Jahres machen müssen….. was soll man machen sich mit den Turnusärzten oder Oberärzten anlegen und in den nächste  Wochen ein schlechtes Arbeitsklima haben…..naja.. so ist es…

    #796577
     kautergirl 
    Mitglied

    Liebe KollegInnen,

     

    danke für die zahlreichen Beiträge…das die Praxis anders ausschaut, wissen wir ja eh alle.

     

    Hätte für ein Seminar mit Studenten die rechtl. Grundlagen gebraucht, werde mal bei der Ärztekammer anrufen und mich dort schlau machen! 

     

    Lg Kautergirl

    #796587
     rambo 
    Mitglied

    habe irgendwo mal was ziemliche genaues und definitives zum thema gelesen, weiß leider nicht mehr wo. gesetzestext war’s keiner. vielleicht in einem gerichtsmedizin-buch.

     

     

    #796752
     rambo 
    Mitglied

    Heutzutage habe wir ja oft komplexe Konstellationen mit vielen Beteiligten. Der stations- bzw. bettenführende Assitenzarzt (vielleicht selbst noch ohne ius) stellt die Indikation für irgendeine Endoskopie oder Intervention (was auch immer) und wird selbst nur sehr lose von einem Facharzt/Oberarzt supervidiert. Ein Turnusarzt macht dann die Aufklärung. Die Endo selber macht dann irgendein ganz anderer Assistenzarzt(u.U. auch ohne ius)/FA/OA. Wenn dann was schief läuft, mit vielleicht etwas wackeliger Indikation zum Engriff, könnte es rechtlich kompliziert werden, denke ich.

     

     

    #796753
     Dr. Sommer 
    Mitglied

    Im Gerichtsmedizinrigorosum wurde mir diese Frage gestellt.

     

    Und der Prüfer (Leinziger,Graz) meinte,rechtlich muss nicht derjenige aufklären,der den Eingriff durchführt,sondern das kann JEDER Arzt (und dieser trägt auch die Verantwortung).(Ein Student darf es nicht,denn laut STGB dürfen nur Ärzte ärztliche Tätigkeiten ausführen).Und in der Praxis  läuft es auch so ab z.b Op, Herzkatheter aufklären von Fachärzten,Assis.. auf der Station, den Eingriff z.b. Herzkatheter,Op machen dann  andere im Herzkatheterlabor, …

     

    http://www.ip-berlin.de/arztre/refb.html

     

    #796794
     Dr. Sommer 
    Mitglied

    [quote=rambo]

    Heutzutage habe wir ja oft komplexe Konstellationen mit vielen Beteiligten. Der stations- bzw. bettenführende Assitenzarzt (vielleicht selbst noch ohne ius) stellt die Indikation für irgendeine Endoskopie oder Intervention (was auch immer) und wird selbst nur sehr lose von einem Facharzt/Oberarzt supervidiert. Ein Turnusarzt macht dann die Aufklärung. Die Endo selber macht dann irgendein ganz anderer Assistenzarzt(u.U. auch ohne ius)/FA/OA. Wenn dann was schief läuft, mit vielleicht etwas wackeliger Indikation zum Engriff, könnte es rechtlich kompliziert werden, denke ich.

     

     

    [/quote]

     

    Ich bin mir ziemlich sicher,dass Assis und Turnusärzte aufklären dürfen.Nur Studenten dürfen es nicht. Wenn ein Aufklärungsfehler entsteht,haftet der Aufklärer,und das ist dann Turnusarzt,Assis.

    Das ist dann eine eigenmächtige Heilbehandlung,wenn " informed consense" fehlt.

    Und wer die Indikation falsch stellt,macht einen Behandlunsfehler,(Kunstfehler).Und das ist eine fahrlässige Körperverletzung,weil eben die  nötige Sorgfalt mit der die Indikation hätte gestellt werden können fehlt.

    Studenten sind rechtlich gesehen Gehilfen.Studenten haben genausoviel Rechte wie  Laien.Ein Student darf keine ärztlichen Tätigkeiten ausführen.Ärztliche Tätigkeiten sind nur Ärzten vorbehalten.Nicht einmal unter Aufsicht.

    #796892
     Gibbon 
    Mitglied

     Hier ein Artikel aus dem Deutschen Ärzteblatt, da die Deutschen beim Zivilrecht in aller Regel von den Ösis nachgemacht werden, kann man dies durchaus auf die Verhältnisse hier umlegen.

     

    http://www.aerzteblatt.de/V4/archiv/artikel.asp?id=54690

     

    Zum Aufklärungsrecht des TA bei der Ärztekammer schriftlich nachfragen und sich dies auch schriftlich geben lassen: Da werden einige hier Augen machen, was der alles nicht darf und im Falle des Falles doch selbst voll drankommt. 

     

    Nach wie vor gut:

     

    http://www.jurbooks.at/wimmer_rechtsfragen_im_turnusarztverhael—artikel-12523.html

    #797038
     kautergirl 
    Mitglied

    @gibbon: danke!

     

    In der ÄK hab ich bis jetzt den zuständigen noch nicht an den Hörer bekommen….

    auf alle Fälle ist es haarsträubend, wozu TÄ und teilweise sogar Famulanten eingeteilt werden….selbst schuld, wenn man sich nicht informiert….

     

     

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