„Don’t smoke“: Volksbegehren endet bald

Don't smoke

 Ein als Zigarette verkleideter Medizinstudent und Unterstützer der „Generation Rauchfrei”-Initiative. Foto: MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH/Martin Schiller

Das  von der Ärztekammer und Krebshilfe initiierte Volksbegehren für den Nichtraucherschutz „Don’t smoke“ geht in die Endrunde: Bis Montag, 8. Oktober, 20 Uhr, kann es noch unterschrieben werden. 

Redaktion: Sophie Niedenzu

Es sind viele Zahlen, die rund um das Nichtraucherschutz-Volksbegehren in den Vordergrund geraten: Alle 41 Minuten stirbt in Österreich ein Mensch an den Folgen des Rauchens, das Risiko für Atemwegsinfekte steigt bei Kindern, die Passivrauchen ausgesetzt sind, um 50 bis 100 Prozent. Eine aktuelle Studie aus der Steiermark hat ergeben, dass durch ein Rauchverbot in der Gastronomie pro Jahr 1.500 Krankenhausaufnahmen von Kindern und Jugendlichen vermieden werden könnten.

In einer Fallstudie wurde Anfang des Jahres die Raumluft in Gastronomiebetrieben im 15. Wiener Gemeindebezirk untersucht. Das Ergebnis: Die Feinststaubbelastung war sowohl in Raucher- als auch in Nichtraucherbereichen stark erhöht – in den Raucherbereichen war der Feinststaubgehalt verglichen mit der Außenluft um das bis zu 20-fache erhöht. In nahezu allen untersuchten Gastronomiebetrieben konnte nachgewiesen werden, dass der Feinststaub durch Luftströmungen in den Nichtraucherbereich gerät.

Ärztenachwuchs für Raucherschutz

Es sind Zahlen und Studienergebnisse, die ihre Wirkung nicht verfehlen: Bereits rund 750.000 Menschen haben ihre Stimme für ein Rauchverbot in der Gastronomie abgegeben – noch sind es zu wenig: Es fehlen 150.000 Unterschriften. Dieses Ziel wurde durch die Aussage von Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) gesetzt, der zugesichert hatte, ab dieser Anzahl eine verbindliche Volksbefragung zu initiieren. Für die Ärztekammer und Krebshilfe gilt es jedoch bereit jetzt als das „erfolgreichste Volksbegehren in der Geschichte der Zweiten Republik“.

Auch der Ärztenachwuchs ist heuer aktiv geworden: Die Initiative „Generation Rauchfrei – es liegt an dir“, hat zum Ziel, auf die Gesundheitsprävention aufmerksam zu machen. Die Initiative wurde gemeinsam von Medizin- und Pharmaziestudierenden ins Leben gerufen: „Wenn etwas wie das Kippen des Nichtraucherschutzgesetzes faktisch so offensichtlich falsch ist, sehen wir uns als zukünftige Mediziner in der Verantwortung, etwas zu tun“, sagt die Medizinstudentin und Kampagnenleiterin Julia Puaschunder von der Austrian Medical Students’ Association (AMSA).

Um die Zahlen zu verdeutlichen, haben Ende September Unterstützer der Kampagne „Generation Rauchfrei“ in der Wiener Innenstand auf die zahlreichen Todesfälle durch Passivrauch mit einer Straßenaktion aufmerksam gemacht: Mehr als 215 Schuhpaare wurden für jene 431 Personen aufgestellt, für die eine rauchfreie Gastronomie zu spät kommt.

Rap für rauchfreie Gastronomie

Neben „Generation Rauchfrei – es liegt an dir“, erhält das Volksbegehren „Don’t smoke“ zahlreiche Unterstützungen. Eine davon wurde jüngst im Internet publik: Ex-Neos-Chef Matthias Strolz veröffentlichte auf Youtube und Facebook ein Video, das er gemeinsam mit dem Webvideoproduzenten und Mash-up- Kurt Razelli umgesetzt hat. Herausgekommen ist ein Rap mit den Reden des Politikers:

 

Information

Das Volksbegehren „Don’t smoke” läuft noch bis Montag, 8. Oktober 2018 und kann auch am Wochenende per Handysignatur oder in jedem beliebigen Gemeinde-/Bezirksamt in Österreich unterschrieben werden. In Wien sind alle Eintragungslokale am Samstag, 6. und Sonntag, 7. Oktober 2018 von 8.00 bis 13.00 Uhr, am Montag, 8. Oktober 2018, von 8.00 bis 20.00 Uhr geöffnet. Die Öffnungszeiten aller Eintragungslokale (Gemeinde-/Bezirksämter) österreichweit gibt es auf der Website www.dontsmoke.at unter dem Button „In der Gemeindebehörde“ (www.dontsmoke.at/so-funktionierts/#map). Nach Eingabe des Gemeindenamens oder der Postleitzahl scheinen die Eintragungslokale und –zeiten auf.

Wichtiger Hinweis: Der letzte Zeitpunkt der Verdatung der Unterschrift für das Volksbegehren ist der 8. Oktober 2018 um 20.00 Uhr. Nach 20.00 Uhr ist keine Verdatung einer Unterschrift im Zentralen Wählerregister des Bundes mehr möglich. Bitte besuchen Sie daher das Eintragungslokal am letzten Eintragungstag rechtzeitig. Für die Stimmabgabe in einem Eintragungslokal bitte unbedingt ein Identitätsdokument (zum Beispiel Reisepass, Personalausweis, Führerschein, Studierendenausweis) mitnehmen.

(Sophie Niedenzu, 5.10.2018)

Links

 

0 Comments

Leave a reply

Schreib uns

sende uns deine digitale Brieftaube!

Sending

© 2018 by nextdoc with ♥ from beautiful Vienna

Bei nextdoc einloggen

oder    

Passwort vergessen?

Create Account