Basisausbildung – Tirol und Oberösterreich an der Spitze

Foto:Shutterstock/Andrej Jakubik

Die Qualität der Basisausbildung und die Zufriedenheit der Jungärzte haben sich verbessert. Trotzdem zeigen sich Lücken in der Struktur.

Die Gesamtzufriedenheit mit der allgemeinärztlichen Ausbildung steigt seit 2011. Die Basisausbildung wird seit 2016 bewertet und zeigt 2018 eine leichte Verbesserung gegenüber 2017. Das geht aus einer Befragung der Ärztekammer unter Ärzten in Ausbildung hervor. Assistenzärzte in fachärztlicher Ausbildung sind demnach österreichweit am zufriedensten.

Tirol und Oberösterreich top

Bei der Bewertung der Basisausbildung durch Jungmediziner zeigen sich regionale Unterschiede. In Tirol und Oberösterreich wird die Basisausbildung am besten bewertet. Ausschlaggebende Faktoren sind neben einem Ausbildungskonzept die Befreiung von administrativen Tätigen, eine gute Work-Life-Balance und dezidierte Ausbildungsverantwortliche. So ist bei den tirol kliniken ein „Zentrum für ärztliche Ausbildung“ für die Koordination der Basisausbildung zuständig.

Qualitätskriterien

Die Umsetzung eines strukturierten Ausbildungskonzepts, das Bemühen der Verantwortlichen um die Qualität der Ausbildung und die Erreichbarkeit und Unterstützung durch die Stammmannschaft sind der Studie zu Folge die wichtigsten Faktoren um eine gute Basisausbildung zu gewährleisten. Ein Hauptgrund für Defizite ist die hohe Belastung der Ausbildungsverantwortlichen. „Ärzte in Ausbildung sollen mehr Zeit mit spezifischen Ausbildungsinhalten und weniger mit Routinetätigkeiten verbringen“, fordert Harald Mayer, ÖÄK-Vizepräsident und Obmann der Bundeskurie der angestellten Ärzte.

Engpässe

Die Krankenanstaltenträger sind bemüht mehr Basisausbildungsplätze zu schaffen. Hier wirken aber vor allem die Innere Medizin und die chirurgischen Fächer platzmäßig limitierend, da diese beiden Fachrichtungen zwingend vorgeschrieben sind. Auch nach der Basisausbildung gibt es Engpässe: Das Ärztegesetz sieht vor, dass ein Facharzt immer nur eine Person ausbilden darf. Diese Vorgabe macht es vor allem in diesen Mangelfächern schwierig, ausreichend MedizinerInnen auszubilden.

Mehr Ressourcen benötigt

Rund 1.200 Studierende schließen jährlich das Studium der Humanmedizin in Österreich ab. Rund ein Viertel davon wechselt nicht nahtlos in die Basisbetreuung in eine Krankenanstalt. Die Anzahl jener Absolventinnen und Absolventen, die entweder nie in den Beruf einsteigen oder kurz danach wieder aussteigen, wächst kontinuierlich. Die Gesamt-Dropout-Quote  beträgt aktuell 38 Prozent. Diese Situation erfordert eine ernsthafte Auseinandersetzung und den Mut zum Handeln der Politik. Die Ärztekammer fordert zusätzliche finanzielle, zeitliche und personelle Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

Redaktion: Axel Beer

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