Ärztemangel in der Pathologie

Pathologie

Foto: Shutterstock/Pakpoom Nunjui

Die Österreichische Gesellschaft für Pathologie (ÖGPath) warnt vor der Entwicklung der Pathologie hin zum Mangelfach. Ein Maßnahmenpaket mit Sonderverträgen und Ausbildungschecks soll helfen, dem entgegenzuwirken.

Die Arbeit eines Pathologen wird durch das Fernsehen bekannterweise etwas verzerrt, denn der Eindruck, dass Obduktionen das Berufsbild prägen, ist falsch: Im nextdoc-Interview sprach beispielsweise der niedergelassene Pathologe Afschin Soleiman darüber, dass Obduktionen nur einen geringen Teil der Arbeit eines Pathologen ausmachen.

Aktuelle medizinische Entwicklungen beeinflussen die Arbeit in der Pathologie. So erfordern zielgerichtete Therapien eine entsprechende pathologische Analyse von Zell- und Gewebeproben von Patienten. Die klinische Pathologie und Molekularpathologie ist heute ein zentrales diagnostisches Fach, vergleichbar mit den bildgebenden Verfahren oder der Labormedizin. Pathologen sind daher essentiell für den Spitalsbetrieb, insbesondere im Bereich der Onkologie.

Trotz der Vielseitigkeit des Faches hat die Pathologie mit dem Personal zu kämpfen: Überalterung, die bevorstehende Pensionswelle und der generelle Trend zum allgemeinen Ärztemangel, das alles sind Gründe dafür, dass die Pathologie sich auf dem Weg zu einem Mangelfach entwickelt. „Noch sehen wir die Möglichkeit, diesen Entwicklungen entgegenzusteuern, es ist aber höchste Zeit damit zu beginnen“, sagt Gerald Höfler, Präsident der ÖGPath.

Sonderverträge und Ausbildungschecks

Die ÖGPath/IAP Austria versucht im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit einem Maßnahmenpaket, die Situation zu entschärfen. Zwei Eckpfeiler spielen eine wesentliche Rolle, die einerseits auf den Nachwuchs, andererseits auf erfahrene Pathologen setzen: Die „Pathology Future Academy“ und das „Productive-Aging-Programm“. Letzteres soll Pathologen nach ihrem aktiven Berufsleben ermöglichen, auf freiwilliger Basis mit Sonderverträgen auf Zeit weiter zu arbeiten. Erfahrene Pathologen können, so die Gesellschaft, damit für die fachliche Ausbildung des Nachwuchses gewonnen werden, andererseits könne mit diesen Sonderverträgen eine Versorgung aufrechterhalten werden. Ziel der „Pathology Future Academy“  ist eine intensive Förderungen der in Ausbildung stehenden Pathologen, beispielsweise mittels einer Veranstaltungsreihe und Ausbildungschecks für den Besuch der Jahrestagung der ÖGPath und zahlreicher Seminare.

Versorgungsengpass

Bis vor kurzem sei in Österreich eine ausreichende Anzahl an gut ausgebildeten Pathologen verfügbar gewesen, schreibt die ÖGPath in ihrer Aussendung. Derzeit erscheine die Mangelsituation kompensierbar, allerdings, so warnt die medizinische Gesellschaft: In den nächsten Jahren könne dieser Trend zu einem Versorgungsengpass führen, sollte nicht umgehend und umfassend österreichweit dagegengesteuert werden. (red, 15.11.2018)

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