Turnus-Blog – Teil 2: Der erste richtige Tag

uebersicht_karriereBlog – Frohen Mutes begebe ich mich frühmorgens auf die neue Station. Dort angekommen, nach Begrüßen des Pflegepersonals, suche ich meine neuen Kollegen. Niemand auffindbar. Diese bekomme ich erst kurz nach halb 8 zu Gesicht (ich war wohl zu pünktlich). Bei der morgendlichen Blutabnahmerunde geht alles wie geschmiert, schaut alles bekannt aus. Kurze Zeit später sagt mir eine Kollegin, dass ich heute Dienst in der Erstversorgung bzw. Notfallaufnahme habe.

“Auch nicht weiter schlimm, ich werde dort sicher einem erfahreneren Kollegen
über die Schulter schauen können!” dachte ich mir.

Allein, allein
Fehlanzeige. Mein einziger anwesender Kollege geht außer Dienst, somit bin ich mit einem, zwar sehr netten, aber mir noch unbekannten Assistenzarzt alleine in der Akutaufnahme. An einer Morgenbesprechung oder bei einem “meet&greet” mit dem Stationsteam konnte ich mangels Informationen leider nicht.

Panik steigt in mir auf
Die folgenden 6 Stunden möchte ich am liebsten weit, weit ins Eck meines Gedächtnisses stellen. Ohne große medizinische Erfahrung, mit spärlichen EDV-Kenntnissen, null Kenntnissen des Arbeitsablaufs, lauter neuen Gesichtern und keineswegs vorhandener Ortskenntnis (wo sind die Patienten, wo ist ein Diensttelefon, wo ist ein WC?) sollte ich heute “die Patienten anamnestisch befragen und statuieren”. Außerdem dürfe ich “alles machen, weiterverteilen, Medikamente verabreichen und so weiter”. Glück im Unglück zumindest, dass wenigstens das Team um mich einen mir wohlgesonnenen Eindruck machte.

Wer passt auf mich auf?
Der Kommentar der Schwester: ”So schaut ihr alle am ersten Tag hier aus. Vollkommen überfordert, am liebsten würdet ihr weinend davonlaufen…”, traf die Sache ziemlich genau im Kern! Ich frage mich, soweit ich noch fähig dazu bin: “Wo war heute meine Ausbildung? Wer hat mir heute etwas beigebracht, mich supervidiert? Wer war für etwaige Fragen/Fehler meinerseits da?

Man kann doch nicht von Qualität im Gesundheitswesen sprechen, wenn  jemand wie ich (und damit möchte ich mein Wissen und meine Kompetenz nicht schmälern) über die weitere Behandlung eines womöglichen Herzinfarktpatienten primär (so zumindest mein heutiger Eindruck) entscheidet! Oder? Ich kann, und will diese Verantwortung nicht vollkommen alleine übernehmen! Bzw. weiß ich nicht ob ich eine solche überhaupt habe.

Wie es weiter geht
Die nächsten Tage werden die weitere Richtung weisen. Morgen habe ich das erste Mal dienstfrei (auch eigenartig in der ersten Woche), da ich Samstag meinen ersten Nachtdienst habe. Mit Freuden habe ich da bemerkt, dass ich auch Mittwochs Dienst habe. Der erste Dienst nach einem Tag in der Erstversorgung, dem zweiten Tag frei und dann einem Vormittag auf der Station, bei dem ich noch auf Abruf für die Ergometrie abgestellt wäre UND noch Hygieneeinschulung von 11:00 bis 13:00 Uhr hätte. Es bleibt spannend.

29.04.15 – MS

1 Comment
  1. larissa1 3 Jahren ago

    Danke für deinen tollen Bericht!!!! Ich fiebere so mit dir mit!! Ich kann echt nachvollziehen wie es dir geht.. Ich zitterte schon vor den ersten Tagen allein auf einer Ambulanz, im Nachtdienst.. Jetzt nach drei Jahren Karenz kommt noch dazu, dass ich sooooviel vergessen habe …
    Ich frei mich schon sehr auf deinen nächsten Bericht!! Alles Gute und ruhige Dienste, LG Larissa

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