Demokratie an der MedUni Wien

demokratie

Manchmal zahlt es sich aus, für Demokratie unnötig länger zu studieren. Manchmal werden Demokratie-Wünsche erst ganz spät wahr. Manchmal sind aller guten Dinge vier. Wie zum Beispiel bei den ÖH-Wahlen an der MedUni Wien.

Nach jahrzehntelanger Schreckensherrschaft einer Fraktion, deren Namen wir nicht nennen dürfen und nach vier Jahren mit einer neuen absoluten Mehrheit in der Hochschulvertretung ist es passiert: Es gibt es zum ersten mal ausgeglichene Verhältnisse in der Mandatsverteilung der ÖH Medizin Wien. Die UFMUW verliert einen Sitz in der Hochschulvertretung und braucht ab jetzt wirklich PartnerInnen auf Augenhöhe, um eine einfache Mehrheit zu erreichen. Für eine Zweidrittelmehrheit fehlen sogar zwei Stimmen.

Mit den Students4Students kann ab jetzt eine Zahnfraktion ihre Interessen vor der Uni wirklich vertreten, den stärksten Stimmenzuwachs konnte allerdings der VSStÖ auf der Hochschul- wie auch auf der Bundesvertretungsebene erzielen. Hat die einzige Fraktion, deren WählerInnen die Wörter “Politik” und/oder “Demokratie” mehrheitlich wenigstens buchstabieren können, von der geringen Wahlbeteiligung profitiert? Liegt es am größeren Netzwerk, das die VSStÖ KandidatInnen heuer an der MedUni erreichen konnten? Wir wissen es nicht, wir werden es nie wissen und es interessiert sowieso niemanden.

Hier gehts zu den kompletten Wahlergebnissen an der MedUni Wien.

Demokratie

Sogar in der Studienvertretung Humanmedizin herrschen politisch fast ausgeglichene Verhältnisse. Zwei UFMUWlerInnen, eine Unfraktionierte, ein WUMler und eine VSStÖlerin müssen sich in Zukunft für die größte Mehrheit an StudentInnen an der MedUni einsetzen. Dass drei von fünf gewählten KandidatInnen vor Ablauf der Amtsperiode das Studium beenden sollten, tut ja nichts zur Sache. Vielleicht setzen sie sich auch, wie der Autor für nextdoc, selbstlos ein zusätzliches Jahr für das große Ganze ein.

In die Studienvertretung Zahnmedizin hat sich unter die vier S4S-VertreterInnen ein UFMUW-Altpolitiker geschummelt. Das zu große Angebot an KandidatInnen hat die Zahnfraktion wohl das fünfte Mandat gekostet. Bei den postgraduellen Studiengängen haben alle mindestens eine Stimme erhalten, sodass alle vier Antretenden auch in die Vertretung einziehen.

Die nächsten zwei Jahre Hochschulvertretung könnten spannend werden. Die kleinen Fraktionen müssen ihre Stimmen nicht billig verschenken, denn eine Koalition oder intensive Zusammenarbeit zwischen UFMUW und WUM schließen einige mindestens so aus, wie der Wiener alkoholunabhängige Bürgermeister rot-blau ausschließt. Vielleicht werden ja aus dem Unabhängigenpool der ÖH soetwas wie Regierungs-/Koalitions-/ZusammenarbeitskoordinatorInnen rekrutiert, damit Schlägereien und Kindergartentheater nur hinter verschlossenen Türen stattfinden. Vielleicht kommt es aber auch zu einem kompletten Stillstand, bei dem immer die anderen schuld sind.

Oder wir schließen uns einfach der Meinung von hochintellektuellen Vice-LeserInnen an: “Na ja, irgendwie sind doch alle scheiße”! Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt.


Der Autor konnte diesen Text erst verfassen, nachdem er sich von den Strapazen der Wahl erholt hatte.

WS – 23.06.2017

Schreib uns

sende uns deine digitale Brieftaube!

Sending

© 2016 by nextdoc with ♥ from beautiful Vienna

Baylor medical center-dallas http://osterreichapotheke.at/ Zeitschrift für Naturheilkunde

Bei nextdoc einloggen

oder    

Passwort vergessen?

Create Account